Das sollten Sie über Osteoporose wissen

Unsere Knochen befinden sich in einem ständigen Umbau, bestehend aus knochenaufbauenden und –abbauenden Prozessen. In jungen Jahren überwiegen die aufbauenden Prozesse, sodass die Knochenmasse stetig zunimmt. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt der Knochenaufbau stetig ab, sodass es zu einem Verlust an Knochenmasse kommt. Eine Osteoporose (Knochenschwund) liegt dann vor, wenn die Knochendichte einen bestimmten Schwellenwert unterschreitet und die Knochen so porös werden, dass sie schon bei geringsten Belastungen brechen können. Doch wer ist besonders gefährdet, daran zu erkranken, und was können Sie selbst gegen den Knochenschwund tun?

Querschnitt eines von Osteoporose betroffenen Knochens

Osteoporose geht an die Knochensubstanz: Das Gewebe wird unverhältnismäßig stark abgebaut.

Ursachen und Risikofaktoren der Osteoporose

An Knochenschwund kann jeder leiden. Frauen während und nach den Wechseljahren sind besonders gefährdet, da der absinkende Östrogenspiegel das Risiko zusätzlich erhöht, an Osteoporose zu erkranken. Aber auch Männer sind betroffen.

Wichtige Risikofaktoren für Osteoporose auf einen Blick:

  • höheres Alter (eine von vier Frauen und einer von 17 Männern über 50 Jahren ist betroffen1)
  • Hormonveränderungen in den Wechseljahren
  • erbliche Vorbelastung
  • Untergewicht
  • Calcium- und Vitamin D-Mangel
  • zu wenig Bewegung
  • Nikotinkonsum

Noch ist es so, dass viele Menschen die Folgen des übermäßigen Knochenabbaus unterschätzen oder als normale Alterserscheinung abtun. Dabei ist es enorm wichtig, die Ursachen zu kennen und bei Verdacht den Arzt mit einzubeziehen. Nur so kann der Knochenschwund durch die rechtzeitige Diagnose und richtige Behandlung gebremst werden, bevor es zu schmerzhaften Knochenbrüchen und einer Verkrümmung der Wirbelsäule kommt.

Anzeichen der Osteoporose: Nicht immer leicht zu erkennen

Osteoporose ist tückisch, da sich am Anfang der Erkrankung keine Beschwerden zeigen. Oft macht sich der Knochenschwund erst bemerkbar, wenn bereits Knochen gebrochen sind und/oder Schmerzen bestehen. Besonders häufig sind

  • die Handgelenke,
  • der Oberschenkelhals und
  • die Wirbelkörper von Frakturen (Knochenbrüchen) betroffen.

Gerade an der Wirbelsäule können Brüche als sichtbare Osteoporose-Symptome in Erscheinung treten. Brechen Wirbelkörper ein, ist der sogenannte Witwenbuckel (Rundrücken) eine typische Folge, bei der die Wirbelsäule so gekrümmt ist, dass auch die Körpergröße abnimmt. Im zunehmenden Verlauf kann sich auch das Tannenbaumphänomen zeigen; dabei handelt es sich um Hautfalten, die durch das Zusammensinken am Rücken entstehen und optisch an einen Tannenbaum erinnern.

Knochenschwund-Behandlung: Vitamin D und Calcium als Basis

Zur Behandlung der Osteoporose kommen neben der Einnahme von Medikamenten eine Reihe weiterer Maßnahmen in Betracht. Dazu zählen regelmäßige Bewegung, Muskeltraining und die Sturzprophylaxe. Ebenso spielt die optimale Versorgung mit Calcium und Vitamin D3 eine bedeutende Rolle bei der Therapie. Sie stellt die Basis neben der Behandlung mit Medikamenten dar und ist auch ein wichtiger Baustein der Langzeittherapie, die jeder Patient mit verminderter Knochendichte berücksichtigen sollte. Denn mit der begleitenden Osteoporose-Therapie wird zwar der Knochenschwund gebremst, aber zum Aufbau der Knochensubstanz ist eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin-D3 unbedingt erforderlich. Derzeit gelten die aktuellen Empfehlungen der Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO)1. Demnach ist die tägliche Aufnahme von 1000 Milligramm Calcium und eine Supplementierung von 800-1000 I.E. Vitamin D3 pro Tag optimal.

Vor allem mit zunehmendem Alter werden diese Werte nicht immer erreicht. Zum einen kann die Calcium-Aufnahme im Darm gestört sein, zum anderen eine Unterversorgung durch eine mangelnde Zufuhr über die Nahrung entstehen. Ein Vitamin D3-Mangel ist oft Folge von unzureichender Zufuhr über die Ernährung und zu wenig Sonne. Um die Vitamin D-Produktion in Gang zu setzen, muss intensive Sonnenstrahlung auf die unbedeckte Haut gelangen. Wer sich aber häufig in geschlossenen Räumen aufhält hat kaum eine Chance den empfohlenen Vitamin D- Bedarf über die körpereigene Produktion zu decken. Auch die Sonne in den Abendstunden oder in Wintermonaten reicht nicht aus, da die Sonne relativ hoch stehen sollte, damit die erforderliche UVB-Strahlung die Haut erreicht. Deshalb ist besonders in unseren nördlichen Breitengraden auch in den Sommermonaten eine Supplementierung von 800-1000 I.E. Vitamin sinnvoll.2

Vorbeugen ist möglich, aber wie?

Vorbeugen ist besser als Behandeln. Wer sein persönliches Risiko kennt und veränderbare Risikofaktoren minimiert, tut schon einiges zur Osteoporose-Prophylaxe. Verzichten Sie daher auf schädliche Einflüsse wie Rauchen und reduzieren Sie den Genuss von Alkohol. Manche Medikamente können das Knochenschwund-Risiko ebenfalls erhöhen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie solche Medikamente einnehmen und ob es Alternativen gibt. Außerdem ist Bewegung und gesunde Ernährung wichtig, um die Knochenstabilität so lange wie möglich zu erhalten. Lesen Sie dazu auch unsere Tipps für Ihre Knochengesundheit.

1 Hadji, Peyman u.a.: » Epidemiologie der Osteoporose – Bone Evaluation Study « In: Deutsches Ärzteblatt 110 (2013) Nr.4. S.52-57.
2 DVO Dachverband Osteologie e.V.: DVO-Leitlinie Osteoporose 2014. URL: http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie%202014/DVO-Leitlinie%20Osteoporose%202014%20Kurzfassung%20und%20Langfassung%20Version%201a%2012%2001%202016.pdf (12.02.18).